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Klima: Männer im Vordergrund, Frauen im Hintergrund? Die COP27 durch die Gender-Perspektive.

Veröffentlicht am 22 Nov 2022 von Fanny Berret

Einige Fotos der UN-Klimakonferenz waren besonders aussagekräftig, was die bestehende Machtverteilung betrifft. Auf dem Eröffnungsfoto waren 110 Staats- und Regierungschefs und nur 11 Frauen vertreten.

Während in Scharm El-Scheich die UN-Klimakonferenz mit dem Thema der Zukunft unseres Planeten stattfand, wird die internationale Gemeinschaft für ihr mangelndes Engagement im Bereich des Klimaschutzes scharf kritisiert. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass der Krieg in der Ukraine, die wirtschaftliche Rezession sowie die Gesundheitskrise unseren Planeten in den Hintergrund stellt – und auch die Ungleichheit der Geschlechterverteilung.

Zu den Schwerpunkten der Konferenz gehörten unter anderem die geschlechtsspezifischen Ungleichheiten und Marginalisierung – die aus verschiedenen sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Faktoren resultieren – und die Art und Weise, wie sie die Anfälligkeit von Frauen für den Klimawandel verschärfen.

Wenn die Folgen des Klimawandels die Fortschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter erschüttern

Einem Bericht der UNO entnehmend, sind 70% der 1,3 Milliarden Menschen, die in Armut leben, Frauen. Demzufolge sind Frauen häufiger Analphabeten als Männer und seltener im Besitz von Land. Angesichts der Klimaveränderungen sind Frauen und Mädchen stärker von deren Folgen betroffen, da sie weniger Ressourcen haben, um sich davor zu schützen. Dieses tiefverwurzelte Ungleichgewicht der Ressourcen, verstärkt sich, wie in jedem Krisenkontext. Die Folgen: z. B. erhöhte Risiken für familiäre Gewalt und Menschenhandel.

Angesichts dieser Feststellung erscheint der Mangel an Frauen auf den Entscheidungsbänken der COP 27 noch problematischer. Dies gilt umso mehr, da Frauen die Mehrheit an Leidtragenden darstellt und dadurch auch wichtige Akteurinnen der Situation sind.

Gemischte Teams – ein entscheidender Vorteil für die Zukunft unseres Planeten

Frauen spielen eine entscheidende Rolle, sowohl bei der Definition von Antworten auf die Klimakrise als auch bei der Erreichung derer Umsetzung. Und das aus gutem Grund: Sie sind auf dem Spielfeld. Über die Frage der Repräsentativität hinaus bedeutet ihre Konsultation und Einbeziehung in Entscheidungsprozessen nichts anderes, als dass die konkreten Herausforderungen und Forderungen der Menschen vor Ort berücksichtigt werden.

Als Akteurinnen des Wandels, da sie Arbeitnehmerinnen (Angestellte, Politikerinnen, Landwirtinnen, Mütter und Verbraucherinnen) sind, ist es von entscheidender Bedeutung, ihnen einen ausreichenden Platz am Verhandlungstisch einzuräumen. Ihre Beteiligung an strategischen Klimaschutzentscheidungen ist eine Frage der kollektiven Intelligenz und der Gerechtigkeit, denn es handelt sich um die Hälfte der Bevölkerung.

An dieser Stelle ist es Zeit für gute Nachrichten: Studien belegen, dass die Vertretung von Frauen in den Entscheidungsarenen zu nachhaltigeren, inklusiveren und effizienteren Ergebnissen in der Politik führt. Ihr Beitrag zu den Entscheidungsprozessen, zumindest die Möglichkeit, dass sie an den Verhandlungen teilnehmen, wäre daher für effektivere Klimaschutzmassnahmen von entscheidender Bedeutung. Was wäre, wenn die Gleichstellung der Geschlechter in Machtpositionen eine unumgängliche Voraussetzung für die Sicherung der Zukunft unseres Planeten wäre?

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