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Arbeitgeberattraktivität: Was macht den Unterschied?

Veröffentlicht am 11 Okt 2022 von Églantine Jamet

Beim hohen Fachkräftemangel und der bevorstehenden Pensionierungen der Babyboomer, sind Bewerbende in einer bequemen Position und vergleichen ihre Möglichkeiten. Ein attraktives Unternehmen für Mitarbeitende und Arbeitssuchende zu sein ist keine leichte Aufgabe.

Die Suche nach neuen Mitarbeitenden gestaltet sich schwierig? Mehrere Mitglieder Ihrer Geschäftsleitung werden in den nächsten fünf Jahren in den Ruhestand gehen? Sind Sie manchmal von den Anforderungen überrascht, die Bewerbende an Sie stellen? Ja, heutzutage sind es eher die Unternehmen, die die Bewerbenden für sich gewinnen müssen, als umgekehrt. Die Unternehmen, die das noch nicht verstanden haben, müssen mit schweren Konsequenzen rechnen. Aber was funktioniert wirklich?

Flexibilität

Eine der positiven Folgen der Pandemie ist zweifellos, dass Fragen nach der Flexibilität und der Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben keine Tabuthemen mehr sind. Mittlerweile ist es bereits Standard, in Bereichen, in denen es möglich ist, bei Bedarf ein bis zwei Tage pro Woche im Home-Office zu arbeiten. Unternehmen, die dies nicht akzeptieren, werden wahrscheinlich Schwierigkeiten haben, Personal zu finden oder zu halten. Flexible Arbeitszeiten, Teilzeitarbeit, auch für Führungspositionen, oder Job-Sharing bieten eine Palette an Möglichkeiten, die sicherlich noch zu wenig genutzt werden. Um die besten Mitarbeitenden, Männer wie Frauen, anzuziehen und im Unternehmen zu halten, sollten diese jedoch ernsthaft in Betracht gezogen werden. Oft ist die Trennung von Beruf und Privatem unscharf, wobei der private Alltag immer mehr an Priorität gewinnt. Das Positive daran ist, dass dieser neue Fokus ein höheres Wohlbefinden der Menschen als auch eine bessere Leistung der Organisationen verspricht. Umso wichtiger ist es, Agilität, Anpassungsfähigkeit und eine vertrauensbasierte Kultur in der Unternehmensstrategie zu verankern.

Transparenz

Der Begriff Vertrauen impliziert auch Transparenz. Wir erinnern uns vielleicht an Beispiele von “missglückten” Einstellungen, bei denen eine Person in der Probezeit kündigt, weil die Stelle in keiner Weise dem entspricht, was «versprochen» wurde. Ob es sich nun um den Verantwortungsbereich, toxische Beziehungen in den Teams, mangelhaftes Management, unzureichende Mittel oder mangelnde Transparenz bei der Gehaltspolitik oder den Entwicklungsprozessen handelt, das eingegangene Risiko und der angerichtete Schaden sind sowohl auf menschlicher als auch auf finanzieller Ebene beträchtlich. Transparenz bei der Einstellung setzt eine gesunde Form von Respekt in der Beziehung voraus, und zwar beidseitig. Ein Unternehmen bietet den Bewerbenden einen transparenten Einblick zum Unternehmen wie auch zur Position. Nur dadurch können sich beide Seiten auf sachlicher Basis füreinander entscheiden. Während des Rekrutierungsprozesses wird oft viel verlangt: Interviews, Assessments, Tests, Referenzen. Man versucht, alles über die Bewerbenden herauszufinden, um die beste Person einzustellen. Genauso sollte es auch umgekehrt sein – dies erfordert lediglich Bescheidenheit seitens der Unternehmen.

Die Sinn-Frage

Man mag es für eine Banalität halten, doch die Sinnhaftigkeit hinter der eigenen Arbeit zu erkennen, ist zweifellos der Schlüssel zum Wohlbefinden am Arbeitsplatz sowie ein Mittel zur Reduktion von Burn-outs. Umso wichtiger ist es, den Mitarbeitenden aufzuzeigen, dass sie durch ihre Bemühungen zur Mission der Organisation beitragen. Denn eines steht fest: Bei einer mangelnden Sinnhaftigkeit zahlen in allen Bereichen die Teams einen hohen Preis. Die Einführung zeitraubender Prozesse ohne konkrete Erklärung, Kommunikationsdefizite, die Entmenschlichung bestimmter Personalbereiche oder die fehlende Anerkennung für geleistete Arbeit sind allesamt kleine, alltägliche Entmutigungen, die schwer auf den Schultern lasten und die Arbeitsmotivation langsam untergraben. Auch wenn man keine Leben rettet oder durch die Arbeit nicht unbedingt zur Verbesserung der Gesundheit oder der Umwelt beiträgt, kann man in seiner täglichen Arbeit einen Sinn finden – wenn der Rahmen, in dem wir arbeiten, dies zulässt. Als Führungskraft kann das Aufzeigen der Sinnhaftigkeit an Teams als Mittel genutzt werden, um die Verbesserung von Prozessen, die Verteilung von Kompetenzen, die Organisation der Struktur oder die Innovation von Dienstleistungen aus einem anderen Blickwinkel betrachten zu können.

Wenn sich also die Frage stellt, wie man seine Organisation für den Arbeitsmarkt attraktiver machen kann, muss man sie ganz einfach verbessern: flexibler, bescheidener, angenehmer, transparenter. Das tut allen gut und soll sogar die Ergebnisse verbessern.

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